So finden Sie den richtigen TESTA-Sattel

Die richtige Sattellage für TESTA Sättel (und alle anderen Sattelfabrikate)

Durch die vielen Islandpferde und auch die vielen Pferde anderer Pferderassen (wie Deutsches Reitpony, Highlandpony, Haflinger, Fjordpferd, Tinker, Connemara, Araber und Anglo-Araber, Lipizzaner, Andalusier, Lusitano, Paso Fino, Friesen, Trakehner, Oldenburger und Hannoveraner), die mir auf dem Schönauer Hof (vormals Gestüt Wiehbachtal) in den vergangenen fast 15 Jahren zur Korrektur und zum Beritt gebracht wurden, konnte ich meine Studien über die Auswirkungen von zu langen Sätteln und auf die Schulterpartie drückenden Sätteln auf das Verhalten und die Gangveranlagung der Pferde entwickeln. Dabei habe ich nachgewiesen, dass ein hoher Prozentsatz dieser Pferde nur auf Grund unpassender Sättel Probleme hatten und Verhaltensauffälligkeiten zeigten.

Verdickungen und mit Sekret gefüllte Bereiche über den Lendenwirbeln ließen sich darauf zurückführen, dass die Biegefähigkeit sehr vieler Dressurpferde und der kurzen Pferde der Kleinpferderassen (Deutsches Reitpony, Highlandpony, Haflinger, Fjordpferd, Tinker, Connemara) stark beeinträchtigt war und diese Auswirkung ebenso bei den Warmblütern und Vollblütern (Araber, Anglo-Araber, Lipizzaner, Andalusier, Lusitano, Paso Fino, Friesen, Trakehner, Oldenburger und Hannoveraner ), hier ganz besonders auch bei Pferden mit arabischer Abstammung mit kurzem Rücken zu sehen war. Zu hoher Druck beidseits der Lendenwirbel wirkt dann auch auf das Nierenbecken, also die Nieren direkt, und auf die Leber. Nicht selten sind Entzündungen in diesem Bereich auf zu lange Sättel in allen Ausrichtungen, egal ob Vielseitigkeitssättel, Dressursättel, Springsättel, Wanderreitsättel, Islandsättel, oder Kleinpferdesättel, zurückzuführen.

Da die Biegfähigkeit der Wirbelsäule nur vorne im Bereich der Halswirbelsäule bis zum max. 2./3. Brustwirbel, und hinten vom 1. bis zum 4. Lendenwirbel möglich ist, bis wohin aber häufig diese Sättel aufliegen, sind die betroffenen Pferde nur schwer zu gymnastizieren und biegen. Dehnungshaltung und Losgelassenheit sind kaum erreichbar.

Werden diese Pferde dann ohne Sattel geritten, sind die Probleme meist sofort nicht mehr vorhanden. Ohne Sattel sitzen wir immer richtig!

Darum habe ich in Zusammenarbeit mit Osteopathen und Physiotherapeuten die Rückenstruktur vermessen und Vielseitigkeitssättel, Dressursättel, Springsättel, Wanderreitsättel, Islandsättel und Sättel für weitere Gangpferderassen, Sättel für Warmblüter und Vollblüter und Sättel für Kleinpferderassen entwickelt, besonders bei den kurzen Pferden individuell unterschiedlichen Strukturen entsprechen. Es war und ist mir seit früher Jugend ein Anliegen, den Pferden in jeder Hinsicht gerecht zu werden. Meine Devise: Gutes Reiten (wie oft bei Profis) auf einem falschen, schlechten oder nicht angepassten Sattel ist schlechter als schlechtes Reiten auf einem guten Sattel.

Schon der 1. Reitlehrer der Geschichte Xenophon (426 – 355 v. Chr.) hat auf die Bedeutung des „Sattelzeugs“ hingewiesen. Denn außer der Länge der Kissen kommt es auch auf die Form der Kissen an, vor allem in der Bewegung der kleinen Islandpferde, Kleinpferderassen und Ponyrassen und hier besonders beim Trab.

Jedes Pferd hat individuelle Rückenmerkmale, daher auch ein ganz individuelles Gangvermögen. Dynamik in der Beziehung Mensch, Sattel und Pferd ist das Ziel des Reiters damit für das Pferd Gehen, Laufen und Springen unter ihm eine ungehinderte, schmerz- und blockadefreie, angenehme und lockere Bewegung ist.

Die „rückengerechte“ Sattellage

Auf den beiden Darstellungen ist die „rückengerechte“ Sattellage zu erkennen. Durch den bei Kleinpferderassen wie z. B. Islandpferd, Deutsches Reitpony, Highlandpony, Haflinger, Fjordpferd, Tinker, Connemara und vielen anderen kurzen Pferden weiter hinten beginnenden Halsansatz als beim Vollblüter oder Warmblüter wie z. B. Anglo-Araber, Lipizzaner, Andalusier, Lusitano, Paso Fino, Friesen, Trakehner, Oldenburger und Hannoveraner und die etwas größere Schulter in Verbindung mit der Bemuskelung hinter der Schulter (Oberarmstrecker) ist der Auflagepunkt „Widerrist“ und die Schulterfreiheit ein großes Problem vieler Sättel besonders der kurzen Pferden. Der so genannte „Reiter- oder Massenschwerpunkt“ bzw. die „Tragkennlinie“ liegt im Bereich des 14./15. Brustwirbels. Einige Forscher geben gar für Voll- und Warmblüter (Anglo-Araber, Lipizzaner, Andalusier, Lusitano, Paso Fino, Friesen, Trakehner, Oldenburger und Hannoveraner) den 12. Brustwirbel an was jedoch beim kurzen Pferd (Islandpferd, Deutsches Reitpony, Highlandpony, Haflinger, Fjordpferden, Tinker, Connemara)nicht zu erreichen ist. Da nach Forschungen fast 60 % des Schwerpunktes beim Pferd auf der Vorhand liegen, und nur ca. 40 % auf der Hinterhand (Forschung u. a. von: Prof. Dr. Bodo Hertsch, Uni Berlin) ist es zwingend erforderlich, dass auch dort der größte Teil des Reitergewichtes abgefangen werden muss oder kann. Daher ist aus physiologischer und anatomischer Sicht unbedingt darauf zu achten, dass der Reitsattel ( z. B. der Vielseitigkeitssattel, der Dressursattel, der Springsattel, der Islandsattel, der Ponysattel, der Wanderreitsattel, der Friesensattel, der Haflingersattel und der Westernsattel ) den Reiter dort „hin setzt“.

Die richtige Sattellage

 

 

 

Die FUNktion des Pferderückens

 

 

 

Die richtige Sattellage
 

Der Sattel bzw. seine Form bestimmt, welche Position der Reiter einnimmt. Die Gurtbefestigung muss der Rückenlänge entsprechend (bei Kleinpferden weit vorne) und durch die Führungsschlaufen erfolgen, damit der Sattel nicht durch die Anatomie des Pferdes (runder Bauch) nach vorne geschoben wird. Allgemein ist seine Konstruktion und die Sattellage so zu wählen, dass sie den richtigen Masseschwerpunkt trifft. Die vordere Auflage muss am fühlbaren Schulterblatt- Ende bei der angehobenen Vorhand noch mindestens 2 Finger breit Platz haben, damit der Oberarmstrecker sich noch ausreichend entfalten kann.(Schulterbewegungszone) Dabei kommt es auf das Schweißblatt des Sattels an, dessen Vorderblende weit genug zurück stehen oder ausgeschnitten und an der Kante weich gepolstert sein sollte, bei den TesTa Sätteln ist dies der Fall. Neben dem „Freigeben“ des Schultermuskels „Oberarmstrecker“, der den Trapezmuskel ansteuert und unterstützt, ist die größtmögliche Kammerfreiheit und Aussparung (Vorderzwiesel) zu gewährleisten. Stolper- oder Fehltakt-Symptome sind die häufige Ursache von falsch eingestellter Kammerweite. Das „Ganglion Stellatum“, ein Nervengeflecht am Übergang von der Brust- zur Halswirbelsäule, darf niemals beeinträchtigt werden. Blockaden dieses empfindlichen Bereichs können neben dem berühmten „Dauerstolpern“ gefährliche Stürze nach sich ziehen.

Die FUNktion des Pferderückens

Die Brustwirbelsäule

Sie besteht aus 18 Wirbeln, die alle nach oben durch lange Knochen (Dornfortsätze) verlängert sind. An den Seiten jedes Wirbels setzten die Rippen an, die fassförmig nach unten laufen und dort von beiden Seiten am Brustbein zusammen treffen. Dadurch entsteht ein tragefähiger „Korb“, darauf kann der Reiter sitzen.

Die Lendenwirbelsäule

Sie besteht aus sechs Wirbeln, kurzen Dornfortsätzen und langen Querfortsätzen, die seitlich horizontal vom Wirbel weg stehen. Sie ist nicht tragefähig, und der filigranste Teil der Wirbelsäule überhaupt, erlaubt aber deren Biegung den Schwung im Trab und die Dehnungshaltung beim Dressurpferd, Gangpferd und Springpferd, besonders unter dem Reiter.

Das Kreuzbein

Ist ein aus 5 Wirbeln zusammengewachsener fester Knochen. Bei ganz jungen ist das Kreuzbein noch nicht stabil, da es erst in den ersten Monaten fest zusammen wächst.

Die Schwanzwirbel

20 Stück, alle sehr klein und teils zusammenhängend aber beweglich. Sie sind die Verlängerung der Wirbelsäule und sehr empfindlich was Biegungen nach oben angeht. Daher sind Schweifriemen als „Halt“ für Sattel samt Reiter sehr schmerzhaft für das Pferd. Sie hindern die Pferde am weiten Untertreten, da hierdurch die „Dehnung“ der Kruppe zum Untertreten nach unten verhindert wird.

Wichtige Tragbänder der Wirbelsäule

Die Bänder verleihen dem Knochengerüst Stabilität und begrenzen zu große Bewegungen (Auseinanderfallen). Das wichtigste Band an der Wirbelsäule ist das Längsband, das über den gesamten Rücken von Dornfortsatz zu Dornfortsatz zieht, im Halswirbelbereich zu einem breiten und festen Band (Nackenband) zusammentrifft und über die Halswirbel am Hinterkopf befestigt ist. Es verbindet gleichzeitig die beiden Trapezmuskeln. Aber auch unter der Wirbelsäule und zwischen jedem einzelnen Wirbel gibt es wichtige Tragbänder. Durch falsch sitzende Sättel werden diese Bänder blockiert.

Die Bewegung der Wirbelsäule

Die Wirbelsäule bewegt sich dreidimensional. Sie kann sich strecken und beugen und in der Lendenwirbelsäule stark biegen. In der Brustwirbelsäule ist die Rotation um die Längsachse stärker ausgeprägt. Sie ist aber nicht biegefähig.

Die Bedeutung der Muskulatur

Die richtige Sattellage

Im Bereich der Wirbelsäule

Möglich wird Bewegung nur durch Muskulatur!
Folgende Muskeln unterstützen die Tragfähigkeit der Wirbelsäule:

Die tiefe Rückenmuskulatur, die aus sehr kurzen Muskeln die schräg von nur einem Wirbel zum nächsten ziehen, besteht.

Die lange Rückenmuskulatur, die beidseits die Dornfortsätze einrahmt. Darauf sitzen wir. Sie erlaubt auch die Streckung und kann zur Wölbung des Rückens beitragen (obere Verspannung).

Die schräge und gerade Bauchmuskulatur, die zusammen mit der Rückenmuskulatur die Wirbelsäule nach oben beugt und dadurch die „Rückenbrücke“ bildet. Die schrägen Bauchmuskeln spannen sich zusätzlich bei der Seitwärtsbiegung an (untere Verspannung).

Und so trägt uns das Pferd

Den allergrößten Teil des Reitergewichtes trägt das Pferd mit der Brustwirbelsäule. Damit wir diese mit unserem Gewicht nicht nach unten durchdrücken und keine Berührung der Dornfortsätze gegeneinander erfolgen kann (Kissing Spines, also dendritische Dornfortsätze die durch Berührung Schmerzen erzeugen) muss das Pferd seine Wirbelsäule aufwölben, dies besonders im Trab. Sowohl bei einer langen vorwärts - abwärts Bewegung als auch bei aufgerichtetem Hals beim Gangpferd in der Gangart Tölt bzw beim Springpferd kommt das Nackenband, das am Hinterkopf ansetzt, unter Spannung. Daher ist es das Ziel, den Sattel so zu konstruieren, dass kein Wirbel und kein Muskel beeinträchtigt werden, aber gleichzeitig das Reitergewicht auf den Rückenmuskeln gut verteilt wird. Für die Tragfähigkeit sind jedoch auch die Bauchmuskeln verantwortlich, ohne deren Anpassung keine Tragfähigkeit erlangt werden kann. Das bedeutet, dass wir die Kissen, die ja auf den Rückenmuskeln liegen, breiter konstruieren müssen wenn wir sie verkürzen, damit der Druck auf die verkürzte Auflagefläche nicht zu groß wird. Eine wichtige Rolle bei der Sattelzuordnung spielt dabei die Höhe und Breite des Kissenkanals. Dieser soll einerseits genügend Freiheit für die Dornfortsätze bieten aber andererseits niemals so „hoch“ sein, das der Sattel zu den Seiten instabil wird, also seitlich schaukelt, und der Reiter das Gefühl von „zu hoch über dem Pferd“ bekommt. Denn letztendlich soll die feine reiterliche Einwirkung ungehindert möglich sein. Um dem Pferd genügend Luftvolumen zuzulassen, ist die richtige Gurtung des Bauchgurtes sowie die „Elastizität“ sehr wichtig. Er darf niemals so fest angezogen werden, dass das Einatmen erschwert wird!

Worauf sitze ich am besten?

Bei der Auswahl des richtigen Sattelmodells (Islandsattel, besonders kurze Sättel, Sättel für alle Kleinpferderassen, Töltsättel für die Gangpferderassen, Vielseitigkeitssättel, Dressursättel und Springsättel auch für Warmblutpferde und Vollblutpferde, Wanderreitsättel und Westernsättel) für den Reiter sind einige Kriterien besonders wichtig.

  1. Wie sitze ich richtig um die optimale Einwirkung für das Pferd zu geben. Beim Viergänger darf mein Schwerpunkt etwas weiter hinten liegen, beim Fünfgänger oder beim Pferd ohne die Gänge Tölt und Paß sollte der Schwerpunkt deutlich weiter vorne (also wirklich auf dem 14. Brustwirbel) positioniert sein.
  2. Wie liegt bei meinem Reitstil mein Bein? Reite ich mit längeren Bügelriemen und eher geraden Bein, so sollte eine gute Führung zum perfekten Sitz durch eine feste und „Formgebende“ Pausche vorhanden sein. Reite ich mit eher kürzeren Bügeln, so kann die Sattelblatt-Pausche weiter vorne liegen oder gar unter dem Sattelblatt angeordnet sein, die dann erst durch den Druck meines Knies wirkt.
  3. Welche Sitzstruktur / Polsterung bevorzuge ich? Wähle ich den festen oder eher den härteren Sitz. Wenn eine Bewegung / Verschiebung meines Gesäßes möglich sein soll, so kommt ein Glattsitz in Frage. Möchte ich bequem und weicher sitzen mich aber dennoch „verschieben“ im Sitz, dann ist der „Soft-Sitz“ ideal. Wünsche ich jedoch einen bequemen gepolsterten Sitz, so wähle ich die Ripp-Struktur. Für lange und ausgedehnte Aus- Wanderritte ist dabei die „weiche und schwingende“ Gurtung des Sattelbaumes in Verbindung mit mehrlagigem Flies und der Rippstruktur im TESTA-Modell SKY, im TESTA JOY und unserem TESTA FUN, dem Wanderreitsattel die beste Alternative. Besonders Reiterinnen / Reiter mit Rücken- oder Hüftproblemen sowie Bandscheibenleiden ist dieser Sitz ideal.
    Sitzflächen-Abbildung:
    Flachsitz = TESTA FENGUR glatt oder Rippsitz, flache Pausche
    Mittlerer Sitz = TESTA DRAUMUR glatt oder Rippsitz, mittlere Pausche
    Breiter Sitz = TESTA SKY Softsitz oder Rippsitz, feste Pausche, TESTA JOY Soft oder Rippsitz und TESTA FUN Rippsitz, feste Pausche
  4. TESTA Sitzgrößentabelle
    Die Sitzgröße wird in Zoll angegeben. Grundsätzlich gilt dabei, dass entsprechend der Konfektionsgröße die Sitzfläche bestimmt werden kann.
    z. B. bis Gr. 40 bei Damen = 16,5“, ~ 41,9 cm Sitzlänge
    bis Gr. 42 bei Damen = 17,0“, ~ 43,2 cm Sitzlänge
    über Gr. 42 bei Damen = 17,5“, ~ 44,5 cm Sitzlänge
    besonders kräftig = 18,0“, ~ 45,7 cm Sitzlänge
    Bei Herren entsprechend, also Konfektionsgröße 46/48 = 16,5“, Gr. 50/52 = 17,0“, Gr. 54/56 = 17,5“ und über Größe 58 = 18,0“, jedoch ist die Kissenlänge bei langen Sitzflächen auch länger, so dass dies ebenso wieder zum Pferd passen muss.